Noch immer kurz hinter der Tür stehend, war ein halbe Ewigkeit seit der Begrüßung vergangen. Ihre Körper durften sich wieder nahe sein und wollten diese Enge noch nicht auflösen. Er hatte in der vergangenen Zeit lernen müssen mit der quälenden Distanz zu leben. Einer die zwar Erde und Mond noch aneinander bindet, aber nie dazu führt sich näher zu kommen. Abhängig aber unnahbar. Er war in ihre Umlaufbahn eingetaucht ohne jemals die Chance zu haben ihren Planeten erkunden zu dürfen.

Ihre scheinbare Ganzheit sah aus der Ferne so unendlich friedlich aus. Es schien vieles an ihrem Wesen stimmig, wenn nicht diese ewige Müdigkeit so auffällig wäre. Und ihr Versuch dagegen anzukämpfen. Als wenn der Tank Leck geschlagen hatte und der Versuch ihn wieder zu füllen immense Kräfte einforderte. Kräfte, die sie allein nicht hatte. Dabei probierte sie alles und ließ keinen Sinneskitzel aus. Auch um diesem Drang nach frischem Wind nachzugeben, der nötig war um die bisherige Art zu leben nicht aufgeben zu müssen.

Er war Teil dieses Theaters, welches sie für sich selbst inszenierte, denn er schaffte es sie auf unbekannte Weise zu berühren. Durch sein tiefes Verständnis nahm er sie für sich ein. Noch hatte er die Art von Kraftstoff zu bieten, den sie brauchte um sich selbst der beste Gaukler zu sein. Noch.

Sie spürte ihre Durchlässigkeit und wusste um ihre Einsamkeit. Noch würde das Spiel eine Weile andauern können. Noch war sie jung. Noch hatte sie Willen. Noch waren genügend Zapfsäulen in Sicht. Noch konnte sie wählen. Noch wollte sie das Altbewährte aber selbstzerstörerische Tun nicht aufgeben. Noch ging es immer wieder gut. Noch...

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