Er fühlte sich hilflos seine Prinzessin nicht mit derselben Hingabe verwöhnen zu können, wie er das die Male zuvor getan hatte. Aber was sollte er mit dieser traumhaften Nahrungshülle anfangen, wenn nur der Zugang zum Gästebereich möglich war, die Privatgemächer aber vor fremden Blicken verschlossen blieben.

Er konnte ihr nur selten die innigen Momente der großen Lust schenken, auch weil sie sich den kleinen alltäglichen verwehrte. Es war für ihn immer bedeutungsvoll seine Liebe auch und gerade mit kleinen Gesten auszudrücken. Die Rosenblätter im Paket, die Blumen vom Feld als Nachttischschmuck oder die verführerische Skulptur des wunderschönen Frauenkörpers, die er ihr für ihren Altar geschenkt hatte.

Es sind die kleinen Geschenke, die eine Freundschaft lebendig halten. Die, für die man die leuchtenden Augen des anderen sehen darf. Die unerwarteten, bescheidenen Gesten des gegenseitigen Gunstbeweises. Die, die einem nicht jeder schenken kann. Oder darf. Denn er liebte es ihren Po zu berühren. Immer und überall. Wollte spontan seine Gefühle zeigen. Verbindung aufnehmen, indem er zärtlich seine Neigung nach körperlicher Nähe intim aber dennoch zeitgemäß schicklich ausdrückte.

„Lass‘ uns das Fenster aufmachen“ sagte sie. Und tat sogleich wie verhießen. Sie liebte frische Luft. Es gab ihr ein Gefühl von Freiheit. Sie musste öfter den reinen Atem der Natur in sich aufnehmen. Der klare, kalte Hauch wehte durch den Raum und erfüllte ihn mit jener Energie, die unser Leben erst möglich macht. Das Auftanken hatte dennoch nur kurz Bestand. Zu kalt war diese Jahreszeit und zu knapp die Reserven an Holz um die Hütte warm zu halten.

„Was ist damals nur geschehen?“ fragte er sich. Sie hatte diese tulpenwange, aber zerklüftete Aura eines Kindes, welches tief verletzt worden war. Zugleich ließ sie ihn glauben, dass in ihr die reifen Erkenntnisse von mehreren hundert Lebensjahren wohnten. Dabei war ihr Leib in der Blüte seiner Jahre. Schon wieder musste er an die Saftigkeit frischen Obstes denken, wenn er ihren Körper auch annähernd hätte beschreiben wollen. Das machte einen Teil seiner Faszination an ihr aus. Und gab jede Menge Rätsel auf. Sie hatte ihre Wurzeln tief in seine Seele geschlungen. Willig und hingebungsvoll ließ er sie wirken. Sie wird schon nicht.